Exkurs Artenspürhunde

Hunde, die Pflanzen suchen? Geht das überhaupt? Viele, die über IGAMon-Dog stolpern, sind zunächst einmal verwundert über diese Idee. Doch je mehr man sich in das Thema einliest, desto deutlicher wird, dass unsere vierbeinigen Freunde eigentlich prädestiniert für diesen Job sind!

Drogenspürhunde und Rettungshunde sind heutzutage den meisten ein Begriff, aber dass es auch Hunde gibt, die gezielt nach bestimmten Tier- und Pflanzenarten suchen, wissen nur wenige.

Diese sogenannten Artenspürhunde oder Naturschutzhunde suchen häufig gezielt seltene oder schutzbedürftige Arten, um diese besser schützen zu können. So werden beispielsweise zum Schutz von Wildkatzen, Haselhühnern und Kreuzottern bereits erfolgreich Artenspürhunde eingesetzt. In Australien sind sogar Artenspürhunde im Einsatz, die gezielt kranke Koalas suchen, so dass diese eine tierärztliche Behandlung erhalten können. Viele Artenspürhunde suchen aber auch schädliche Arten, wie Bettwanzen oder Borkenkäfer, um diese besser kontrollieren zu können. Artenspürhunde, die nach Pflanzen suchen, sind noch weniger verbreitet, aber es gibt bereits erfolgreiche Teams, beispielsweise auf der Suche nach der Beifußblättrigen Ambrosie und dem Besenginster.

Die Arbeit der Artenspürhunde ist nicht nur sehr wertvoll im Naturschutz, sondern auch eine tolle Beschäftigung für Hund und Hundehalter*in. Die Sucharbeit mit der Nase liegt den Hunden im Blut. Rund 300 Millionen Riechsinneszellen hat ein Hund, etwa 30-mal mehr als ein Mensch. Diese in Zusammenarbeit mit ihrem Menschen nutzen zu dürfen, ist für viele Hunde ein sehr erfüllender „Job“. Dennoch muss die Arbeit als Artenspürhund natürlich gelernt werden und das ist zeitintensiv und anspruchsvoll. Die Hunde müssen lernen, die Zielarten immer anzuzeigen, aber auch, dass teilweise sehr ähnliche andere Arten den Menschen nicht interessieren. Dabei ist besonders wichtig, dass die Hunde eine hohe Spielzeug- und Futtermotivation mitbringen und viel Freude an der Zusammenarbeit mit dem Menschen haben. Aber auch der Mensch wird sehr gefordert. Zeitintensives Training und Spaß daran, Trainingseinheiten zu analysieren und Fehler zu korrigieren, müssen mitgebracht werden.

Wer nun neugierig geworden ist und mehr lernen will, sollte sich unbedingt auf der Website des Wildlife Detection Dogs e.V. umsehen. Dieser engagiert sich für die Verbreitung und Etablierung der Arbeit mit Artenspürhunden sowie für den Erfahrungs- und Informationsaustausch zu diesem Thema.

Außerdem haben wir für euch nebenstehend eine kleine Sammlung von Beiträgen zum Thema Artenspürhunde aufgelistet, die wir regelmäßig aktualisieren werden. Viel Spaß beim Stöbern!

Stillt den Wissensdurst! – Weiterführende Links

https://www.wildlifedetectiondogs.org/ – ein guter Start für die Recherche. Hier findet ihr viel Interessantes zu Artenspürhunden und der Ausbildung!

https://www.monitoring-dogs.de/ – die Website unserer Kollegin Annegret Grimm-Seyfarth gibt einen tieferen Einblick in die Arbeit als Artenspürhunde-Führerin.

https://www.youtube.com/channel/UCvzWx2CA1x1LKgzDVq_7tLA – der YouTube Kanal von Annegret Grimm-Seyfarth, auf dem ihr ihre Trainings- und Arbeitssessions beobachten könnt. Ein besonders spannender Einblick!

https://www.spektrum.de/news/artenschutz-hunde-haben-die-nase-vorn/1866520 – Ein populärwissenschaftlicher Artikel, der einen schönen Überblick zum Thema gibt.

https://open.spotify.com/episode/0A3q3BjQqJuTugVdFNSuZI – Eine Podcastfolge, in der die Hundetrainerin Michaela Hares, die auch in unser Projekt involviert ist, von der Arbeit mit Bettwanzenspürhunden berichtet.

https://m.facebook.com/Suchhunde-Main-Tauber-102862208172062/ – Auf ihrer Facebookseite berichtet die Spürhundetrainerin Carmen Baumgarten, die auch in unser Projekt involviert ist, von ihrer Arbeit.

https://www.imherzenhund.de/podcast – Noch etwas auf die Ohren! In Folge 5 berichtet Annegret Grimm-Seyarth vor allem von der Arbeit mit ihrem ersten eigenen Artenspürhund, Bagheera.

Und natürlich gibt es noch viel mehr! Wenn ihr einen spannenden Beitrag zum Thema gefunden habt, lasst es uns gerne per Mail wissen! Wir nehmen eure Tipps gerne in unsere kleine “Bibliothek” auf!