Seit 1.1.2015 gilt die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten.

Im Mittelpunkt der EU-Verordnung 1143/2014 steht die Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (Unionsliste), für die Maßnahmen zum zukünftigen Umgang (Prävention, Früherkennung und rasche Reaktion, Kontrolle) festgelegt werden. Die Liste wird unter Heranziehung von Risikoabschätzungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen erstellt und ist in ihrer zweiten Fassung seit 2.8.2017 gültig. Jede Art musste bestimmte Kriterien erfüllen, um in die Liste aufgenommen werden zu können. Für die Arten der Unionsliste gilt ein EU-weites Verbot, so dass deren Einfuhr, Erwerb, Verwendung, Freisetzung und Verkauf nicht mehr möglich ist. Auf der Liste stehen eine Reihe von in Deutschland bisher sehr seltenen oder noch fehlenden Arten, bei denen auf diese Weise die Gefahr einer Ausbreitung und Etablierung deutlich verringert werden kann.
Die Verordnung beinhaltet eine Vielzahl weiterer wichtiger Vorgaben (u.a. Überwachungssystem, Aktionspläne zu Einbringungspfade, Berichterstattung und Notifizierungen), die durch die Mitgliedsstaaten im Rahmen bestimmter Fristen implementiert und umgesetzt werden müssen.

NEHRING, S. Die invasiven gebietsfremden Arten der ersten Unionsliste der EU-Verordnung Nr. 1143/2014.– Erste Fortschreibung 2017–BfN-Skripten 471. 178 S. >>

Wenn ein Fund einer bisher nicht in Deutschland vorhandenen Art gemeldet wird, müssen innerhalb von drei Monaten Maßnahmen zur Entfernung der Art getroffen werden.


Verordnungstext

Liste der invasiven gebietsfremden Pflanzenarten von unionsweiter Bedeutung, Stand 14.12.2017